Mit einer stimmigen Fundraising-Konzeption und der sorgfältigen Planung Ihrer Maßnahmen haben Sie schon viel für den Erfolg Ihres Fundraisings getan. Dennoch werden Sie sich vielleicht fragen: Wie können wir in Zukunft unser Fundraising weiter verbessern, die Gemeindemitglieder noch mehr für die Spendenprojekte begeistern, Zeit und Geld noch effektiver und effizienter einsetzen?

Um das herauszufinden, ist es sinnvoll,

  • einzelne abgeschlossene Fundraising-Maßnahmen auszuwerten
  • insgesamt die Ergebnisse Ihrer Arbeit zu ermitteln und damit zu überprüfen, in wie weit Sie die gesetzten Ziele erreicht haben und
  • spezifische Kennzahlen zu erheben, um den Erfolg Ihres Fundraisings noch besser bewerten zu können.

Die Erkenntnisse, die Sie aus diesen Auswertungen ziehen, können Sie dann unmittelbar für Ihre weitere Fundraising-Planung und für zukünftige Maßnahmen nutzen.

Einzelne Fundraising-Maßnahme auswerten
Ihre Maßnahme ist so gut wie abgeschlossen – die Aussendung des Spendenbriefs liegt zum Beispiel zwei Monate zurück – und es gehen nach anfänglich täglichen Spenden jetzt nur noch vereinzelte Zuwendungen ein? Dann ist es Zeit, Bilanz zu ziehen, zum Beispiel mit folgenden Fragen:

  • Wurde Ihr Spendenziel erreicht?
  • Wurde die Anzahl an Neuspendern gewonnen, die Sie sich zum Ziel gesetzt hatten?
  • Wie hoch ist die Durchschnittsspende und entspricht das Ihrer Zielsetzung?
  • Welche Reaktionen gab es auf den Spendenbrief, und was lässt sich daraus für die Zukunft lernen?
  • Wie wurde mit negativen Rückmeldungen umgegangen? Konnten die „Kritiker“ vom Spendenprojekt überzeugt werden, und haben sie daraufhin eventuell sogar gespendet?
  • Wie schnell wurden die Dankbriefe verschickt und entsprach dies der Planung?

Reflektieren Sie die Fundraising-Maßnahme mit allen Beteiligten und überlegen Sie gemeinsam, was Sie das nächste Mal noch besser machen können.

Die Zielerreichung prüfen
Bei der Entwicklung Ihrer Fundraising-Konzeption haben Sie (vermutlich) qualitative und quantitative Ziele festgelegt und auch einen Zeitpunkt, zu dem Sie sie erreichen wollen. Nach „Fälligkeit“ gilt es, die Zielerreichung zu überprüfen. Bei den qualitativen Zielen sollten Sie sich nicht nur auf die eigene Einschätzung verlassen, sondern die Sichtweisen von Mitgliedern und ggf. anderen Interessengruppen berücksichtigen.

Deutlich wird das am Beispiel. Nehmen wir an, Sie hätten sich das folgende qualitative Ziel gesetzt: „Bis zum Ende des nächsten Jahres möchten wir die Gemeindemitglieder deutlich stärker an die Gemeinde binden. Hierfür streben wir an, die Zufriedenheit der Mitglieder überprüfbar zu steigern.“ Wie sehr Sie diesem Ziel näher gekommen sind, können Sie eigentlich nur dadurch sicher erfahren, dass Sie die Mitglieder oder eine Gruppe von Mitgliedern befragen.

Um zu überprüfen, in wie weit Sie Ihre quantitativen Ziele erreicht haben (Beispiel: „Für die Renovierung der Orgel streben wir an, bis zum 30. September nächsten Jahres, 80.000 Euro Spenden von privater Seite einzuwerben“) brauchen Sie in aller Regel nur messen, zu zählen bzw. zu rechnen – hierbei reicht also die Mitwirkung der beteiligten Mitarbeitenden.

Bewerten Sie eventuelle positive oder negative Abweichungen von den gewünschten Zielen oder Zielgrößen und analysieren Sie die Gründe gemeinsam mit den beteiligten Mitarbeitenden. Wie wirken sich die gewonnenen Erkenntnisse auf Ihre weitere Fundraising-Planung aus? Müssen Sie zum Beispiel Ziele anpassen oder weitere Maßnahmen ergreifen?

Kennzahlen ermitteln
Kennzahlen können Ihnen helfen, Ihr Fundraising noch besser zu bewerten und es zukünftig weiter zu optimieren. Kennzahlen erhalten Sie, indem Sie zum Beispiel eine Anzahl oder Summe, einen Prozentsatz, eine Quote, eine Zu- oder Abnahme, einen Grad oder ein Verhältnis ermitteln. Wenn Sie die Kennzahlen für Ihr Fundraising jährlich zu einem bestimmten Stichtag erheben, können Sie sie nicht nur mit Ihren Zielen bzw. Zielgrößen vergleichen, sondern auch Abweichungen gegenüber demselben Zeitraum oder Zeitpunkt im Vorjahr erkennen.

Zunächst sollten Sie – ggf. zusammen mit weiteren Mitgliedern des Kirchenvorstandes – festlegen, welche spezifischen Kennzahlen zur Auswertung der Fundraising-Maßnahmen in Ihrer Kirchengemeinde oder Einrichtung wichtig sind und erhoben werden sollen. Hier sind einige Beispiele für hilfreiche Kennzahlen, und zwar zum einen bezogen auf Mitglieder und Förderer, zum anderen bezogen auf betriebswirtschaftliche Ergebnisse.

Mitglieder und Förderer:

  • Anzahl Ihrer Mitglieder und Förderer, ggf. Zuwachs oder Abnahme gegenüber Vorjahr und Anlässe hierfür (z. B. Eingemeindung, Wegzug, Wiedereintritt, Austritt)
  • Anzahl ehrenamtlich Mitarbeitender
  • Anzahl Ihrer Spender je Spendergruppe (kleine, mittlere, große Spenden) und prozentuale Anteile
  • Anzahl der neu gewonnenen Erstspender
  • Anzahl der Mehrfachspender
  • Anzahl der Dauerspender
  • Anzahl von Zustiftern
  • Anzahl der Großspender (nach Definition der Kirchengemeinde)
  • Anzahl der Lastschriftspender

Betriebswirtschaftliche Ergebnisse:

  • Zusammensetzung der Einnahmen nach Art und Höhe (absolut und prozentual): Zuweisungen aus Kirchensteuer, öffentliche Zuschüsse, Stiftungsmittel, private Spenden, Kollekten, Unternehmensspenden, Zustiftungen, Erbschaften usw.
  • Anzahl der privaten Zuwendungen und Durchschnittshöhe dieser Zuwendungen
  • Verhältnis von zweckfreien zu zweckgebundenen Spenden
  • Verteilung der Spenden auf Spendenzwecke
  • Verteilung der Spenden auf unterschiedliche Fundraising-Maßnahmen
  • Ertrag aus Fundraising im Verhältnis zum Aufwand für Fundraising je Maßnahme und insgesamt, auch Return on Investment (ROI) genannt (dabei auch anteilige Personal-, Verwaltungs- und Betriebskosten bedenken)
  • Response-Quote, zum Beispiel Prozentsatz der Reaktionen auf einen Spendenaufruf

Die Ermittlung von Kennzahlen mag zunächst mühsam erscheinen. Die Informationen, die Sie dadurch erhalten, sind jedoch oft sehr spannend und erhellend. Sie helfen Ihnen nicht nur dabei, Ihre Fundraising-Erfolge objektiv zu bewerten, sondern liefern Ihnen auch Argumente für Ihre weiteren Planungen.

KOLUMNE DES MONATS

Pastor Klaus Struve berichtet in dieser Kolumne über die Kunst des Fundraisings, Herz und Verstand zusammenzubringen.

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Literaturverzeichnis

 

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