Trotz Internet, Emails, Handys und Fernsehen: der Spendenbrief ist immer noch das am häufigsten eingesetzte Mittel, um Menschen für eine Spende zu gewinnen. Praktisch alle großen gemeinnützigen Organisationen setzen darauf, auch wenn bis zu sechs Briefe pro Jahr nicht bei jedem Förderer gut ankommen mögen. Inzwischen entdecken auch viele kleinere Organisationen den Spendenbrief, so zum Beispiel auch Kirchengemeinden.

Ein Spendenbrief, auch Mailing genannt, sollte eine sehr persönliche Angelegenheit sein. Bei einem Massenversand großer Organisationen beschränkt sich das Persönliche meistens auf die persönliche Anrede. Doch gerade für kleinere, regional oder lokal tätige Einrichtungen wie Kirchengemeinden bieten sich hier viele Möglichkeiten.

So können Sie zum Beispiel in dem Brief beschreiben, wie sich ein geplantes Projekt ganz unmittelbar auf die Menschen im Einzugsbereich Ihrer Gemeinde auswirken wird. Und Sie können Ihre Leserinnen und Leser sehr persönlich dazu einladen, bei der Umsetzung mitzuwirken und den Projektfortschritt mit zu erleben. Einige Tipps, die für das Schreiben eines Spendenbriefes hilfreich sind, finden Sie hier.

Bilder sagen mehr als Worte. So werden Bilder auch in Spendenbriefen verwendet. Neben den zu wahrenden Bild- und Urheberrechten sollten Sie  bei der Verwendung von Bildern auch darauf achten, dass keine unangemessen emotionalisierende oder bedrängende Darstellung in Wort und Bild erfolgt. Hinweise hierzu enthält die Broschüre „Ethik in Spendenmailings“, die das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) herausgegeben hat. Sie finden die Broschüre hier.

Ein weiterer Vorteil von Spendenbriefen in Kirchengemeinden liegt darin, dass die Leser den Unterzeichner oft persönlich kennen. Sie übertragen das Vertrauen zur Person auf das beschriebene Spendenprojekt und spenden aus persönlicher Verbundenheit – sei es zum Unterzeichner oder zur Kirchengemeinde. Natürlich wünschen sie sich anschließend auch einen sehr persönlichen Dank, womöglich auf der Straße bei einer zufälligen Begegnung.

In mehreren Landeskirchen werden regelmäßige Spendenbriefe verschickt, um ein freiwilliges oder zusätzliches Kirchgeld zu erbitten. Beachten Sie hierzu auch den Artikel "Freiwilliges Kirchgeld" von Paul Dalby und die dazu gehörende Checkliste, beides erschienen in "Fundraising. Handbuch für Grundlagen, Strategien und Instrumente", Fundraising Akademie (Hg.), Wiesbaden 2001.

Die wichtigsten Kriterien für einen gelungenen Spendenbrief haben wir in einer Checkliste für Sie zusammengestellt, die Sie hier finden. Einige Besipiele konkreter Spendenbriefe aus Gemeinden der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck finden Sie hier.

In der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland wurde die Bitte um einen Gemeindebeitrag für alle Gemeinden beschlossen. Der Gemeindebeitrag wird durch Spendenbriefe erbeten. Eine Handreichung dient als Hilfestellung für das gesamte Verfahren. Vom Aufbau und Gestaltung über den Text und Versand bis hin zur Auswertung von Spendenbriefaktionen ist alles bedacht, was man zum Spendenbrief in der Kirchengemeinde wissen muss. Die Handreichung ist sicher auch außerhalb der EKM für Gemeinden hilfreich.

 

KOLUMNE DES MONATS

Pastor Klaus Struve berichtet in dieser Kolumne über die Kunst des Fundraisings, Herz und Verstand zusammenzubringen.

> LESEN
 
FACHLITERATUR
Damit die Kirche im Dorf bleibt: Fundraising

Praxisbeispiele für kirchliches Fundraising von Helmut Liebs

14,80 EUR

  > MEHR  
 
Fundraising in Kirchengemeinden
Ein Leitfaden für Qualitätsentwicklung. Hardcover-Ordner zu beziehen über alken@fundraisingakademie.de
25,00 EUR
 
Literaturverzeichnis

 

PARTNER IN IHRER NÄHE