In der Kolumne des Monats berichtet Götz Gebureck über Anlassspenden.

Liebe Leserin,
lieber Leser,

Kürzlich begab es sich überraschend, dass meine Frau ihren 50.Geburtstag feiern wollte. Da schien es naheliegend, sich Gedanken zu machen, welches Geschenk denn wohl das rechte sein könnte. Rigoros und schnell sagte sie, dass sie gar keine wolle, weil sie sich das, was sie sich wünsche, lieber selbst kaufe, damit es so sei, wie sie es möchte (das war ein Satzbau wie aus dem Lateinunterricht bei Cäsar). Nein, sagte sie, sie wünsche sich reichlich Nahrhaftes für ein schönes Buffet und – für alle, die das nicht zufrieden stelle – einen finanziellen Beitrag zum Flüchtlingsfonds der Evangelischen Kirche der Pfalz. Dazu muss man erklären, dass sie dort als Pfarrerin in der Begleitung und psychosozialen Beratung von Flüchtlingen arbeitet und weiß, dass diese Mittel immer dann eine wichtige Rolle spielen, wenn woanders keine Gelder zu bekommen sind.
Persönliche Beziehungen zum Thema der Spende sind der Idealfall. Hier spielt in hohem Maße die Identifikation des Spenders mit dem Projekt eine Rolle, naheliegend ist es da, sich dafür auch finanziell einzusetzen. Aber viel mehr Menschen würden ähnlich handeln, wenn sie darauf gebracht würden, statt überflüssiger Geschenke einen sinnvollen Zweck zu unterstützen. Genau darauf setzen viele Organisationen und Projekte mit ihren sogenannten „Anlass-Spenden“-Paketen. Denn es gilt, die Schwelle möglichst niedrig zu halten und es den potentiellen Spender*innen einfach zu machen, sich für ein Projekt einzusetzen. So werden entsprechende Sammelboxen, optisch ansprechend und zum Zweck passend, angeboten, dazu Informationsmaterial über den Spendenzweck und vieles mehr. Oft bekommt die/der Spender*in auch ein Dankeschön für den Einsatz für die gute Sache.
 
Wichtiges Thema im Zusammenhang mit Anlass-Spenden ist daher die Öffentlichkeitsarbeit. Denn es muss erst einmal bekannt werden, dass es die Möglichkeit gibt, solche Spenden zu machen. So werben sie auf der Homepage mit einem entsprechendem Aufmacher, hinter dem schnell und einfach die wichtigsten Informationen zur Durchführung einer Anlass-Spende dargestellt werden. Denn es gilt auch, einige Dinge zu berücksichtigen:
  • Information zu möglichen Spendenzwecken (eventuell können Sie mehrere Projekte zur Auswahl stellen)
  • Wie soll gesammelt werden, Bar oder per Überweisung, an den/die Spender*in oder direkt  an Ihre Kirchengemeinde oder Einrichtung?
  • Wer bekommt Spendenquittungen, alle  Einzelspender*innen oder die/der Anlassgeber*in?
  • Möchte die/der Spender*in veröffentlicht werden?
     
Mit entsprechenden Checklisten läßt es sich einrichten, dass bereits im Vorfeld alles für eine erfolgreiche Anlass-Spende geregelt ist. Dann haben am Ende alle Seiten etwas davon: Der/Die Anlassgeber*in ist froh, (s)einen guten Zweck unterstützt zu haben und hat ggf. noch eine Zuwendungsbescheinigung (Spendenquittung) zur Vorlage mit der nächsten Steuererklärung. Die Schenkenden sind froh, etwas Sinnvolles gefunden zu haben. Und die Bespendeten haben nicht nur einen – oft nennenswerten – Betrag auf dem Konto, sondern zugleich eine ganze Sammlung neuer potentieller Spenderinnen und Spender, die, soweit das Einverständnis vorliegt, auch weiter als Interessenten an dem Projekt angeschrieben werden können.
Mehr zu Thema Anlass-Spenden finden Sie unter den Praxistipps auf dieser Internetseite. Gerne können Sie aber auch Kontakt mit mir aufnehmen.

Ihr Pfarrer Götz Geburek
Evangelische Kirche der Pfalz
(fundraising@evkirchepfalz.de)

PS: Falls Sie gerne den Flüchtlingshilfefonds der Evangelischen Kirche der Pfalz unterstützen möchten, hier die Kontoverbindung bei der Evangelischen Bank:
IBAN: DE50 5206 0410 0000 0025 00          
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort „Flüchtlingshilfefonds“ 

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KOLUMNE DES MONATS

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