Aktion 500 x 500

Die Spendenkampagne der Stadtkirche Wittenberg sollte einerseits national und international aufgestellt sein, andererseits auch Wittenberger Bürger und Besucher der Stadtkirche ansprechen.

Schirmherrschaft
Als Gesicht für die Kampagne wurde ein Schirmherr gesucht, der in ganz Deutschland bekannt und beliebt  ist, seine Wurzeln aber im Osten Deutschlands hat. Er sollte vor allem die Spendergeneration 65 plus ansprechen, da diese Altersgruppe am ehesten eine Affinität zu Denkmalschutzprojekten aufweist.


Foto: Gunther Emmerlich eröffnet die Kampagne

Um auch Menschen, die der Kirche nicht nahestehen, aber durchaus bereit sind, ein Bauwerk von herausragender kulturhistorischer Bedeutung zu unterstützen, zu erreichen, wurde nach einer Persönlichkeit aus dem öffentlichen Leben gesucht.
Schließlich konnte der Opernsänger und Fernsehmoderator Gunther Emmerlich als Schirmherr für die Kampagne gewonnen werden. Mit einer launigen Rede eröffnete der Schirmherr die Kampagne am 6. Januar 2013 und lud alle Anwesenden ein, sich an der Aktion 500 x 500 zu beteiligen und das Anliegen weiterzutregen. Anschließend sammelte er am Ausgang die ersten Spendentüren ein.
 

Das Bild Gunther Emmerlichs und ein Testimonial findet sich in allen Werbemitteln. Er eröffnete die Kampagne mit einer launigen Rede, ist bei Aktionen vor Ort, steht den Medien für Interviews zur Verfügung und engagiert sich persönlich z.B. bei  Benefizkonzerten, Stadtfesten, Lesungen etc. zugunsten der Stadtkirchengemeinde. Dazu kommt, dass er immer wieder auch hilfreiche Kontakte vermittelt und wo immer er Gelegenheit dazu hat, für die Kampagne wirbt.

Werbemittel
Die Stadtkirche wird zunehmend von Touristen aus aller Welt besucht. Darum wurden alle Werbemittel sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache produziert. Das gleich gilt natürlich für Spenden- und Dankbriefe.
Vor allem für die Besucher der Kirche wurde eine „Spendentüte“ entwickelt, die zugleich Projektinformationen liefert. Sie liegt in den Kirchenbänken aus – zusammen mit einem extra angefertigten Kugelschreiber der das Logo der Stadtkirche trägt.

Foto: Innenseite der Spendentüe

Die Spendentüte ist vorrangig für Bargeld gedacht. Wenn der Spender oder die Spenderindie eigene Adresse einträgt, wird eine Zuwendungsbestätigung ausgestellt. Zugleich gibt es die Möglichkeit, einen angehängten Überweisungsträger auszufüllen und die Spende zu überweisen. Selbstverständlich erhalten die Spenderinnen und Spender auch bei Überweisung eine Zuwendungsbestätigung. Neben den Spendentüten wurden auch passende Kugelschreiber in der Kirche ausgelegt, damit Überweisungsträger ausgefüllt bzw. der Absender eingetragen werden konnte.

Aktion 500 x 500
Bezogen auf das 500jährige Reformationsjubiläum wurde die Aktion 500 x 500 gestartet. Gesucht wurden 500 Personen, Personengruppen, Unternehmen, Vereine etc., die jeweils 500 Euro spenden.

Ein Betrag von 500 Euro ist relativ hoch für eine Einzelspende – vor allem in den neuen Bundesländern. Da die Kampagne über einen Zeitraum von mehreren Jahren läuft, werden verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie  500 Euro auch in Teilbeträgen und verteilt über einen längeren Zeitabschnitt gespendet werden können. Auf der Antwortkarte, die Spendenbrief und Informationsflyer beigefügt ist, kann angekreuzt werden, für welche Stückelung man sich entscheidet. Selbstverständlich ist auch ein geringerer Betrag wilkommen. Im Brief und Informationsflyer wird darauf ausdrücklich hingewiesen. „Jede Spende hilft!“.

Der Vorteil einer solchen  Einzugsermächtigung: Durch die Rücksendung der Antwortkarte sind die Spendeneinnahmen planbar. Probleme zeigten sich im Sommer allerdings durch die Hochwasserkatastrophe im Osten Deutschlands, wo derzeit andere Spendenzwecke Priorität haben. Eine weitere Herausforderung liegt in der Abwicklung. Im nächsten Jahr können Lastschrifteinzüge wegen des SEPA-Verfahrens (Single Europe Payment Area) nur noch formell durchgeführt werden.

Bis zum Februar 2014 erteilte Lastschrifteinzugsermächtigungen dürfen allerdings weiter verwendet werden. Diese Tatsache sollte für die Kampagne genutzt werden. Ihre Bank oder das zuständige Verwaltungsamt können hierzu nähere Auskunft geben.

Die Hochwasserkatastrophe im Sommer des Jahres führte - verständlicherweise - zu einem Einbruch der Spendenbereitschaft im Umfeld Wittenbergs. In den Sommermonaten richtete sich darum ein neuer Schwerpunkt der Kampagne auf die Ansprache von Spendern in aller Welt. Hier wurden vor allem Gemeinden, die dem lutherischen Weltbund angehören und ausländische Pfarrerinnen und Pfarrer, die in Wittenberg an längeren Seminaren teilgenommen und z.T. in der Stadtkirche gepredigt haben, identifiziert und Gemeinden weltweit um Unterstützung gebeten.

Danksystematik
Die unterschiedliche Spendergruppen erhalten differenzierte Dankschreiben. Jede Spende wird schriftlich bedankt und jeder Spender bzw. jede Spenderin erhält eine Zuwendungsbestätigung. Diejenigen, die 500 Euro gespendet haben, bekommen eine besondere Dankkarte. Diese Klappkarte stellt den Cranach-Altar dar und wird vom Pfarrer der Stadtkirche persönlich unterschrieben. Wer die Antwortkarte zurückschickt und darin sein Einverständnis für eine Spende von 500 Euro in mehreren Teilbeträgen erteilt, bekommt zunächst ein Dankschreiben und die Bestätigung der von ihm gewünschten Lastschrifteinzüge. Sobald 500 Euro gespendet worden sind, erhalten auch diese Personen die Dankkarte mit dem Cranach-Altar. Alle Personen, die bis zum 31.01.2013 bereits 500 Euro gespendet hatten, wurden persönlich zum ersten Benefizkonzert mit Gunther Emmerlich eingeladen.

Foto: Innenseite der Dankkarte für 500 Euro Spender

Je länger die Kampagne läuft, desto bekannter wird sie und desto mehr Menschen bieten von sich aus kreative Beteiligungsideen an. So hat z.B. eine fleißige „Handwerkerin“ angeboten, 95 Socken zu stricken und zu Gunsten der Stadtkirche zu verkaufen. Andere beteiligten sich am Frühjahrs- oder Herbstmarkt und verkauften eigene Produkte zugunsten der Stadtkirche. Ein Bäcker kreierte einen speziellen Stadt-Kirchenkeks mit den beiden markanten Türmen. Dies sind nur einige Beispiele von Aktionen der Spendenkampagne der Stadtkirche in Wittenberg, die vielleicht auch Anregungen für Sie bieten können.
 

KOLUMNE DES MONATS

Pastor Klaus Struve berichtet in dieser Kolumne über die Kunst des Fundraisings, Herz und Verstand zusammenzubringen.

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Literaturverzeichnis

 

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