Liebe Besucherinnen und
Besucher des Kirchentages, 

mein Name ist Helmut Franke und ich begrüße sie ganz herzlich hier am Gemeinschaftsstand von „fundraising-evangelisch“.

Sind Sie bereit für eine kleine Auszeit zur Mittagszeit? Dann lassen Sie uns in dem herrlichen bunten Trubel des Kirchentages kurz innehalten und einen Augenblick gemeinsam zum Mittagsgebet verweilen. Lassen Sie uns dieses tun im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Die Losung des Kirchentages hier in Hamburg lautet: "Soviel du brauchst" und bezieht sich auf Moses und die Speisung der 5000. Also vor allem darauf, dass wir darauf vertrauen können, immer das zu bekommen, was wir tatsächlich zum Leben brauchen. Für mich strahlen diese Worte vor allem Zuversicht aus. Selbstverständlich aber auch die Aufforderung zur Dankbarkeit und zur Verantwortung. Danken für alles was einem geschenkt wird und die Verantwortung, nicht mehr zu nehmen als man braucht.

Dass Zuversicht, Dankbarkeit und Verantwortlichkeit, für Fundraiser ganz wichtige Attribute bzw. Verhaltensregeln sind, ist also kein Zufall sondern Auftrag. Ohne Zuversicht wäre keine Motivation vorhanden, ohne aufrichtige und gezeigte Dankbarkeit würden wir Unterstützer nicht ernst nehmen. Der verantwortungsvolle Umgang mit den uns anvertrauten Mitteln ermöglicht es, notwendige Dinge für die Menschen unserer Gemeinden zu tun. Fundraising um des Geldes Willen ist nicht der richtige Weg, sondern im Vordergrund muss die soziale Verantwortung und die daraus entstehende Aufgabe stehen. Aus der erkannten Situation und Aufgabe ergibt sich dann das, was gebraucht wird.

Sich mit dem zu begnügen, was man braucht, dieses Thema taucht in der Bibel aber auch an anderen Stelle auf. Erinnern Sie sich z.B. noch an die Losung des Kirchentages 2011 in Dresden?
„... da wird auch dein Herz sein“ (Matthäus 6,21)
Bei Matthäus heißt es vollständig: „Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“

Eine andere Sichtweise, aber durchaus mit gleicher Intention. Wir sind mit Herz und Verstand dafür verantwortlich, dass nicht der Überfluss, nicht das Streben nach materiellen Dingen unserer Leben bestimmt.
Ich finde es sehr schön, dass die beiden aufeinanderfolgenden Kirchentage der beiden Partnerstädte Hamburg und Dresden auf diesem Weg etwas miteinander gemeinsam haben und so ihre Verbundenheit nicht nur durch die Elbe besteht.
Aber auch außerhalb der Kirchentage gibt es Menschen die das ganz gut formulieren können.
Gertrud Janßen-Albers, eine friesische Autorin und Dichterin hat, wie ich finde, in einem Gedicht unsere Verantwortung in Ihren Worten sehr schön zusammengefasst. Das Gedicht heißt:

Miteinander - Füreinander?
Vielem sind wir hilflos ausgesetzt,
gefangen gar wie ein Insekt im Netz.
Niemand kann sich seinem Schicksal entziehen,
weder verleugnen noch davor entfliehen.
Drum reicht den Betroffenen eure wärmende Hand,
knüpft damit ein herzliches und verbindendes Band.
Teilt die Sorgen und helft wo ihr könnt,
so ist uns ein besseres Leben vergönnt.
Hinschauen statt Wegschauen heißt das Gebot,
dann kann man lindern so manche Not.
Gleichgültigkeit gepaart mit Arroganz,
sind wahrlich ein schlimmer Teufelstanz.

Ich finde gerade diese letzten Zeilen sehr eindrücklich und mahnend. Gleichgültigkeit verhindert Engagement und Arroganz verhindert Menschlichkeit. Beides brauchen wir aber für ein friedliches und verantwortungsvolles Miteinander auf Augenhöhe.
„So viel Du brauchst“ ist für uns die Zusage Gottes, dass er auf uns schaut. Das wir ihm nicht Gleichgültig sind und das er uns seine wärmende und behütende Hand reicht. Aber als Fundraiser bitte ich Sie, teilen Sie auch die Sorgen der Menschen die in Not sind und helfen Sie wo Sie können.
In dieser Gewissheit und Zuversicht lade ich Sie ein mit mir zusammen das Grundgebet der gesamten Christenheit zu beten.

Vater unser im Himmel, Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Ich wünsche Ihnen allen noch einen schönen Aufenthalt und erlebnisreiche Stunden auf dem Kirchentag und dieses unter Gottes Segen.
 

KOLUMNE DES MONATS

Pastor Klaus Struve berichtet in dieser Kolumne über die Kunst des Fundraisings, Herz und Verstand zusammenzubringen.

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Literaturverzeichnis

 

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